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Kleingartenbauverein Krefeld-West e.V.

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Der Kleingartenbauverein Krefeld-West e.V. wurde 1917 gegründet....

 

Gerne würden wir an dieser Stelle auf eine Chronik verweisen,

die genaue Auskunft über die historische Entwicklung unseres

Vereins gibt.

Doch leider sind Unterlagen, die eine lückenlose Dokumentation ermöglichen, nicht mehr vorhanden.

Weder die Begründer, noch die Vielzahl der einst bestellten Brachflächen, die im Laufe der Jahrzehnte für Bauland und Industrieansiedlungen einer neuen Nutzung zugeführt wurden,

sind heute bekannt.

Trotzdem versuchen wir, ein wenig herüberzubringen, aus der Zeit,

wo der Anbau von Gemüse zur Existenzfrage ganzer Familien wurde, die Unterhaltung eines „Schrebergartens“ schon fast verpönt war,

bevor dann der Stellenwert des Kleingartens, nie geahnte Höhen erreichte und unsere Kleingartenanlagen, als nicht mehr wegzudenkende Erholungsstätten – als „grüne Lungen“ unserer

Stadt – Anerkennung fanden.

1917...

Bombenalarm, tägliche Hiobsbotschaften von den Frontabschnitten,

der U-Boot-Krieg erreicht neuen Höhepunkt.

Die Ostfront schwankt.

Im Westen nichts Neues?

Doch!

Krefelder Bürger errichten Gärten und legen den Grundstein für den Kleingartenbauverein West.

 

Was hat Sie hierzu motiviert?

 

Waren es vielleicht die täglichen Schlagzeilen der z. B. Niederrheinischen Volkszeitung, die unter „Lokales“ zu berichten wusste:

 

-Kartoffeln nicht eingetroffen

-Gemüseausgabe wird verlegt, da Zuteilung mangels Lieferung

ausfällt

-Kartoffeln in kleinen Mengen eingetroffen, pro Person können

3 Pfund an der Abgabestelle abgeholt werden

-Gemüse nicht eingetroffen, Selbstversorger werden gebeten

auch kleinste Mengen aus Eigenproduktion bei der Verteilerstelle

abzugeben

 

Oder war es das Verlangen der in der Heimat zurückgebliebenen Menschen, enger zusammen zu rücken und in der Gemeinschaft die drohende Gefahr, der sich aus der Wende der Kriegsereignisse ergebenden Folgen zu meistern?

 

Waren es die Anzeichen der Hungersnot, die als leidiges Nebenprodukt des Krieges auch die Bevölkerung in der Heimat immer härter traf?

 

Die Gründe können wir nur erahnen. Doch nehmen wir ruhig an, dass die Krefelder „Garten-Pioniere“ in erster Linie, der Notsituation Paroli bieten wollten.

 

Waren die Kleingartenkolonien einst noch als Armengärten für Minderbemittelte des 19. Jahrhunderts verschrien, wurden sie plötzlich im Kampf um das „tägliche Brot“, Produktionsstätten lebenswichtiger Nahrungsmittel.

Der Aufschwung des „Schrebergartens“ begann.

Die Niederrheinische Volkszeitung schrieb am 5. Mai 1917,

unter „Lokales“, dass noch viele Schrebergärten, vor allem auf dem Fütingsweg, zu haben sind.

Wenn hier auch der Südbezirk angesprochen wurde, so kann durchaus angenommen werden, dass in gleicher Weise auch im West- und Nordbezirk, Krefelds Gärten bzw. Brachland angeboten und von den Gründern unseres Vereins übernommen wurden.

Hierbei schlossen sich die Gärten an der ehemaligen Süchtelner Straße (heute: Peter-Lauten-Straße) 1917 dem Verein West an und wurden zum Traditionsgelände des Vereins, dem noch viele Gartenanlagen folgten.

 

So wie 10 Jahre nach Vereinsgründung, am 11. März 1927 mehr oder weniger kleingartenkundige Familienväter, bei der Auslosung der Gärten des heute noch vorhandenen Geländes Nauenweg, 15 Gärten „ergatterten“ und mit Beitritt in den Kleingartenbauverein West dazu beitrugen, dass der Verein zu einem der größten Gartenbauvereine Krefelds heranwuchs.

 

Waren die schweren Jahre des 1. Weltkrieges kaum überwunden,

die große Erwerbslosigkeit der Jahre 1930-1933 überstanden, kam

mit den Auswirkungen des 2. Weltkrieges, das Vereinsleben größtenteils zum Erliegen.

 

Doch erneut halfen die Erträge aus Kleingärten, den Hunger zu bekämpfen und zu überleben.

Die Kleingärten trugen zu einer gewaltigen Steigerung der Lebensqualität bei.

Sehr schnell verwandelten sich zerbombte Kleingartenanlagen,

aber auch brachliegende Wiesen und Äcker, wieder zu blühenden Gartenkolonien.

Hieraus resultierte die starke Zunahme an Kleingärten im Kleingartenbauverein West, die bis zum Jahre 1948, zu einem

Bestand von 548 Gärten, aufgeteilt in viele kleinere und größere Anlagen, führte.

 

Der aufblühende Wohnungsmarkt, mit seinem unersättlichen Bedarf

an Bauflächen und die Industrieansiedlung, haben erheblich dazu beigetragen, dass viele, auf sogenannten Grabelandflächen errichtete Kleingartenanlagen, gekündigt wurden.

Gleichzeitig führte die Verselbständigung der größeren Gelände,

durch Gründung eigener Vereine, zu einem Verlust an Kleingärten,

so dass im Kleingartenbauverein West heute „nur“ noch 97 Kleingärten in 7 Gartenanlagen verwaltet werden.

 

Wer weiß noch von der ehemaligen Existenz der Gelände am Hagerweg (bebaut), der Gutenbergstraße (Freßnapf), am Nauenweg (Rhenaniagelände) oder am Stadtgarten (RWE), die hier stellvertretend für viele andere Gartenflächen genannt werden.

 

Erinnern wir uns an den Verlust der Gartengelände, die heute als eigenständige Vereine tätig sind, wie z. B. Westpark, Baakeshof, Grönland, Krähenfeld oder Gripswaldstraße.

 

Wer erinnert sich noch an die Vorstandsmitglieder damaliger Zeit,

die den Verein durch die „stürmischen Zeiten“ führten und tatenlos

mit ansehen mussten, wie die einst so große Vereinsgemeinschaft langsam, aber unaufhaltsam zerbröckelte.

 

Blicken wir zurück, so werden sich einige Mitglieder sicherlich noch

an die ehemaligen Vorsitzenden

 

Karl Högel (1933–1945)

Karl Kemena (bis 1960)

Jakob Lindner (1961-1968)

Günther Hinz (1968-1971)

Horst Kietzmann (1971-1980)

Karl-Heinz Brix (1980-1991)

Karl-Heinz Claus (1991-1993)

Karl-Heinz Brix (1993-2015)

 

erinnern.

 

1971-1980 wurde der Verein, durch die Vereinsführung finanziell

saniert und alle Gelände neu vermessen.

 

In den Jahren 1980-1991, in denen die Trennung vom Gelände Gripswaldstraße fiel, war man besonders um die Absicherung der Gelände, zu Dauerkleingartenanlagen bemüht.

Die Aufregung um die Bestandssicherung, hatte man dem neuen Kleingartenrecht von 1984 zu verdanken, das vor allem in der Entstehungsphase, bundesweit für Unruhen unter den Kleingärtnern sorgte, deren Gärten nicht auf durch Planrecht abgesicherte Flächen lagen.

Für unseren Verein hat sich die Befürchtung, die Anlagen wegen

fehlen des Planrecht zu verlieren, nicht bestätigt. Lediglich das

Gelände Busch an der Urfeystraße (Restgelände mit 7 Gärten),

musste für eine Wohnungsbebauung aufgegeben werden.

 

So waren von den 1980 noch vorhandenen 137 Gärten, im Jahre 1991 nur noch 93 Gärten mit 34.183 qm Nutzfläche geblieben.

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